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Auszüge aus den Texten zum Thema "Liebe" von Barbara Maaß, und ein Vorgeschmack auf die Vorträge und Seminare ab März 2012.

".....Das Grundbedürfnis eines jeden Mensche ist es, geliebt zu werden. Danach richten wir unser Leben aus, wollen Anerkennung, Lob, Zuwendung, Aufmerksamkeit, und alles, was mit Liebe zu tun hat. Ganz früh im Leben wird das Gefühl der Liebe gespürt, oder die fehlende Liebe. Wenn dieses Grundbedürfnis „Liebe“ nicht erfüllt wird, dann spürt der Mensch Angst, Verlust, Einsamkeit.....Im ganzen Leben wird er nach der Liebe suchen, die er ganz am Anfang seines Lebens gebraucht hätte. Eine Mutter, die sich über ihre Schwangerschaft freut, und ein Vater, der sich auch über die Schwangerschaft freut. Damit fühlt sich das Kind das erste Mal geliebt. In dieser Zeit fängt es an, ob sich ein Gefühl von Sicherheit („Ich bin sicher, denn ich werde geliebt“) einprägt, oder nicht. Dieses Grundsätzliche Gefühl, was vorgeburtlich anfängt, und im Säuglingsalter weiter geprägt wird, leitet unser Empfinden und Handeln....

......Wenn ein Mensch mit einem Liebesdefizit nach Liebe sucht, dann will er seine fehlende Liebe aufgefüllt bekommen, um sich endlich in der Welt angenommen zu fühlen. Leider ist aber die „fehlende Liebe“ nicht einfach nur etwas leeres, sondern es ist an der Stelle der Liebe Angst und Verletzung....

.....Angst und Verletzung haben zum Beispiel bei einem erwachsenen Menschen lange Zeit ihren Platz gehabt, und verschwinden somit nicht in das Nichts. Sogar aus der Physik wissen wir, daß Energie nicht verloren geht, sie kann nur umgewandelt werden. Und darin liegt die Schwierigkeit. Wenn wir nicht bewusst unsere alten Gefühle umwandeln, dann werden sie sich nicht wirklich ändern. Man kann das ehrliche Gefühl der Liebe nicht annehmen, wenn man noch Angst und Verletzung in sich hat.....

.....Man kann die Angst überdecken mit Sex, öfteren Verliebtsein, wo man einfach nur das Verliebtsein genießt, oder damit, daß man sehr oberflächliche Beziehungen eingeht. Die Taktik mit dem Sex funktioniert bei vielen Menschen eine lange Zeit. Solange man sich mit dem Sex ablenkt, hat man eine körperliche Erfahrung, die aufbaut. Aber nach einiger Zeit merken sensible Menschen, daß das nicht alles ein kann.

Sich wieder neu verlieben, das ist auch eine beliebte Taktik, damit man nicht an das Thema Liebe heran muss. Verliebt sein macht „blind“. Liebe macht frei. Wenn man verliebt ist, dann nimmt man nicht mehr alles war, und steht unter körpereigenen Drogen. Das ist natürlich ein schöner Zustand, aber auch der hält nicht so lange an.

Dann muss der Mensch entweder das Objekt der Begierde wechseln, oder sich damit auseinandersetzen was man war nimmt, wenn die rosarote Brille langsam klarer wird.......

.....Die alten Gefühle von Verlust und Angst umzuwandeln, das gelingt nur, wenn man sehr aufmerksam mit sich und der Umwelt ist. Das heißt, daß es durchaus erlaubt und erwünscht ist, daß das alte Gefühl wieder auftaucht, man es dann aber transformiert. Dazu gehört als erstes aber, daß man die eigene Verantwortung für dieses Gefühl übernimmt.

Gut, es ist durch andere Menschen in einem selbst entstanden, aber es wird nur wieder aktiviert, wenn es spürbar ist.

Darin liegt die größte Falle, in die Menschen tappen. Sie nehmen nicht die Verantwortung für ihr eigenes Empfinden an, sondern beschuldigen unentwegt andere Menschen, dieses Gefühl in sie hineinzusetzen. Wer das so sieht, der beraubt sich Selbst der Handlungsfreiheit, und nimmt sich die Chance, etwas ändern zu können. Auch das ist schon eine Opferhaltung, die lähmend wirkt....

...Eine Opferhaltung kann manchmal einfacher sein, als die Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung übernehmen, das heißt nämlich auch, das Gefühl selbst deutlich war zu nehmen. Wenn man die Verantwortung einem anderen Menschen in die Schuhe schiebt, dann muss man das (eigene) Gefühl nicht so deutlich spüren, dann kann man sich mehr auf Wut konzentrieren. Das scheint oft einfacher zu sein, auch wenn es nicht in die Richtung einer Lösung geht....

.....Verantwortung übernehmen, das heißt in der Praxis, daß man merkt, wenn ein Gefühl hochkommt. Dann, daß man es respektiert, und danach damit umgeht. Da die Umwelt diesen Ablauf aber spürt, ist es wichtig, mindestens den wichtigen Menschen das ehrlich mitzuteilen. In der „Ich“-Form. Das schafft Nähe und Vertrauen. Und so können sich dann 2 Menschen gegenseitig unterstützen, in Respekt füreinander....

Das würde bedeuten, daß ein Mensch sagt, wenn er sich einsam und verlassen fühlt, und nicht „......DU lässt mich alleine!“. Viele Menschen habe damit schon die größte Hürde zu nehmen, denn wenn man emotional angegriffen ist, dann ist es schwer, auch noch darüber zu reden.

Dadurch könnte man sich nämlich verletzlich fühlen, und das bedeutet noch mehr Angst.

....Eigenverantwortung ist auch gefragt, wenn es um Bedürfnisse und Wünsche geht. Wenn das Gefühl für sich Selbst da ist, dann kann auch dem Partner gegenüber ausgesprochen werden, was man sich noch wünscht, oder was man braucht.

Der Partner hat das warscheinlich nicht unbemerkt aus den Gedanken gelesen. So kann Kommunikation wieder einmal ein hilfreiches Mittel sein. Wie oft kommt es vor, daß ein Partner fremdgeht, ohne seine Bedürfnisse zu Hause angesprochen zu haben. Wenn das Fremdgehen dann herauskommt, dann gilt oft wieder die Taktik, dem Partner Vorwürfe zu machen, oder gleich ihn verletzen zu wollen. Der betrogene Partner wusste dann öfter nicht einmal von den Bedürfnissen des Partners. Hier war wieder die Angst die Triebfeder. Angst, etwas auszusprechen. Angst vor der Reaktion der Partners, angst vor Ablehnung......

Liebe kann diese Verwirrungen ganz einfach machen. Liebe zu sich Selbst, Liebe zum Partner. Daraus ergibt sich automatisch genügend Respekt, um eine Lösung zu finden.

Eine Lösung ist, daß ein Mensch sein Gefühl bemerkt, sich eine kleine Auszeit nimmt, und es dann sagt, sobald er sich in der Lage fühlt. Das kann manchmal Minuten, Stunden, oder Tage später sein. Der Wille ist wichtig. Und der Mut dazu, sich aus dem alten Muster herausbewegen zu wollen. Auch wenn es schwer ist....

....In Partnerschaften gibt es einen Ablauf, der zu immer mehr Frustration führt, bis nachher die Liebe nicht mehr spürbar ist, und die Partnerschaft beendet wird. Dies geschieht dann auch noch meistens mit viel Leiden und Traurigkeit.

Wenn ein Partner sich durch die Handlungsweise, oder Ausdrucksweise des anderen verletzt fühlt, dann spürt er dieses Gefühl erst einmal ganz deutlich in sich. Dann kommt es darauf an, wie er damit umgeht. Viele Menschen gehen folgendermaßen damit um. Sie bemerken das Gefühl in Zusammenhang mit dem Partner, und schlussfolgern, daß der Partner die Ursache dafür ist. Wenn an dieser Stelle der verletzte Partner seine Gefühle sagt, dann gibt es für beide Partner die Chance, das Gefühl zu transformieren.

Vielleicht, indem man sich in den Arm nimmt, und sagt, daß man sich gegenseitig treu sein will, und Eifersucht unnötig ist.

Dann entsteht Vertrauen. Vielleicht auch dadurch, indem der verletzte Partner in sich Selbst die Erkenntnis zulässt, daß seine Gefühlslage nicht durch den Partner geschaffen wurde, sondern ein altes Muster hochgekommen ist.

Dann kann er auch klar merken, daß nicht der Partner hinter dem Gefühl steckt, sondern zum Beispiel die Versäumnisse der Eltern. Dadurch, daß er diese Erkenntnis zulässt, nimmt er sie an, und sie können sich transformieren, sofern er sich nicht in Wut hineinsteigert. Groll und Schuldzuweisungen sind an dieser Stelle besonders fehl am Platze, denn damit wird wieder alles eingeengt, anstatt losgelassen....

.....Solche alten Gefühle wollen oft einfach nur angenommen werden. In Respekt und Verantwortlichkeit, dann gehen sie von alleine weg. Oft ist mindestens einer der Partner aber nicht in der Lage, seine Gefühle preiszugeben. Dann gibt es noch einige andere Arten, damit umzugehen. Manche Menschen gehen einfach schnell weg aus dieser Situation. Sie verlassen zum Beispiel erklärungslos das Zimmer.....

.....Eine beliebte Methode ist es auch, den Schmerz und die Verletzung, die der eine Partner spürt, dem anderen „heimzuzahlen“. Dann entsteht ein Streit, indem es darum geht, wer der anderen besser verletzen kann. Dafür werden Vorwürfe verwendet, in manchen Fällen auch körperliche Gewalt. Aus dem Schmerz heraus einen anderen Menschen zu verletzen, kann kurzfristig Genugtuung bringen. Schmerzen werden weitergegeben, doch leider sind die eigenen Schmerzen dadurch nicht weg, sondern es kommt eventuell noch das schlechte Gewissen hinzu. Das ist eine Spirale, die viele Paare nicht durchbrechen können.

Manchmal geht diese Verletzungen-hin-und-her-gebe-Technik über viele Jahre.

Dadurch kann aber kein Gefühl von Liebe bestehen bleiben, und ein Gefühl von Geborgenheit und eine Sicherheit, daß man sich auf dieser Erde willkommen und geliebt fühlt, kann auch nicht entstehen.

Eine Lösung ist es also nicht. Lösung bedeutet auch, etwas auf-zu-lösen.....

.....Etwas zu verändern, was nicht gut getan hat. Wer will das? Ist nicht manchmal das Bekannte viel lieber, auch wenn es Leiden bedeutet? Immerhin kennt man das schon. Und etwas Bekanntes vermittelt ein bestimmtes Gefühl von Sicherheit. Es ist bei vielen Menschen die einzige Sicherheit, die sie kennen, und die auch öfter mit Glück verwechselt wird. Manche Menschen behaupten, daß sie glücklich sind, sobald sie auch nur ein kleines Gefühl von Sicherheit spüren. Auch, wenn es durch ein bekanntes Leiden entsteht. Der Mensch kann sich selbst immer noch am besten etwas vorgaukeln.....

......Nehmen wir einmal an, es entsteht eine Situation in einer Partnerschaft, in der ein Partner emotional verletzt ist. Eventuell durch eine Aussage des Partners. Was ist, wenn das nicht gewollt war? Woher soll der Partner das dann wissen? Er merkt warscheinlich, daß die Stimmung sich verändert hat, aber kennt er den genauen Grund? Kann er wortlos das Gleiche Gefühl spüren wie sein Partner? Manchmal ist das so, aber durch unterschiedliche Menschen entstehen auch unterschiedliche Interprätationen einer Situation. Und schon sind die berühmten Missverständnisse da. 2 Menschen, 2 Gehirne, jeder funktioniert auch noch anders, die Gefühle sind unterschiedlich.

Angenommen, der emotional verletzte Partner sagt nicht, welche Gefühle in ihm hochkommen, sondern lenkt sich ab, oder verlässt den Raum. Dadurch ist das aktivierte Gefühl aber nicht transformiert, und auch nicht anders wieder loszuwerden. Man kann es höchstens ignorieren. Es wird dann verdrängt.

Je öfter solche Situationen auftreten, um so mehr ignoriertes Gefühl sammelt sich im Hintergrund an. Und das ist wie eine Zeitbombe. Irgendwann explodiert sie. Manchmal in Form von wütenden Beschimpfungen, Vorwürfen, Sarkasmus, manchmal in Form von körperlicher Gewalt, manchmal in Form von Selbstzerstörung.....

.....Diese ignorierten Gefühle haben im Augenblick der Entladung den Menschen unter Kontrolle. Das kann so weit gehen, daß der Verstand nicht mehr eingreifen kann, und es zu Gewaltverbrechen kommt. Manchmal wird der Verstand sogar so lahmgelegt, daß der Mensch sich nicht einmal daran erinnern kann.

Das zeigt, wie machtvoll die Gefühle sind, und wie ohnmächtig der Verstand werden kann. Egal, für wie intelligent sich ein Mensch hält, oder welchen IQ er hat. Eine solche Entladung zeigt sich am häufigsten durch Vorwürfe und Beleidigungen. Es sind dann auch Bemerkungen dabei, die die Streitenden später bereuen......

......Es gibt aber auch Ehrlichkeit. Und damit meine ich nicht „die Wahrheit“, sondern die Kunst, sich selbst war zu nehmen. Sich Selbst zu spüren, und zu merken, welche Gefühle gerade da sind, das ist die Ehrlichkeit, die ich meine. Egal welche Gefühle. Zuerst kommt die Ehrlichkeit zu sich selbst. Und dann, wenn man eine Partnerschaft will, zu dem Partner.

Im Miteinander einer Partnerschaft ein Gefühl zu spüren, es akzeptieren, dem Partner mitteilen. Das ist die Basis, worauf ein vertrauensvoller Umgang mit jedem Problem möglich gemacht wird. Es gibt natürlich immer Gefühle, die ein Mensch so transformieren kann, daß er sich gut und geborgen fühlt, es aber trotzdem nicht zu dem Glücklichsein des Partners passt.

Das ist das Risiko, was da ist. Aber es verliert an Bedeutung, wenn man bedenkt, daß beide Partner mit ihrer Lebensweise glücklich sind.....

 

Ich danke dem Menschen, durch den ich in den vergangenen Monaten viel erfahren habe.

Liebe ist. Liebe bleibt. Egal, ob ein Mensch sie annehmen will, oder lieber im bekannten Schmerz bleiben möchte, und sich mit verschiedenen Taktiken Beschäftigung gibt.

Barbara Maaß

 

copyright @ by b. maaß 2011
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